Während die wirtschaftlichen Realdaten Deutschlands einen beispiellosen Abwärtstrend zeigen, flüchten wir uns gesellschaftlich oft in Illusionen – ein fataler Mechanismus, der uns am Ende auch in der Unternehmensführung auf die Füße fällt.
Eine offene Warnung an alle, die noch immer an die „Wirtschaftsmacht Deutschland“ glauben
Keine Frage: Wer sich derzeit mit den Performance-Daten zu Deutschland beschäftigt, erhält Horrorzahlen. Wir sind (NOCH) das drittgrößte Industrieland der Welt, aber unsere Wirtschaftsdaten zur Produktion, den Gewinnmargen, den Eigenkapitalquoten, den Insolvenzen, der Steuerbelastung und dem Investitionsrückgang zeigen verheerende Entwicklungen.
Während also der Wirtschaftsstandort Deutschland im internationalen Vergleich immer weiter verliert, blüht unser Ausbau des Staatsapparates. Die Zahl der Bundes- und Landesbeamten steigt seit Jahren. Das bringt zusätzliche Belastungen für die Pensionskassen der Zukunft mit sich – und das, obwohl die derzeitigen Pensionszahlungen nur durch massive Verschiebungen in den Haushalten überhaupt gestemmt werden können.
Es hat sich nichts geändert: Auch diese Bundesregierung bläht mit ihren „verdienten Parteikolleginnen und -kollegen“ den Beamtenstand auf, indem sie hunderte, tausende neue, gut dotierte Jobs in den Ministerien und Behörden schafft. Von Sparen kann also keine Rede sein.
Der schleichende Fehler, der uns seit 30 Jahren den Turnaround kostet
Geht man in der Analyse weiter, folgen das Bildungs-, Pflege-, Gesundheits- und Rentensystem. In all diesen Bereichen sind seit Jahrzehnten keine echten Anpassungen und Reformen mehr erfolgt. Auch hier sind wir längst nicht mehr Weltspitze. Wir steigen seit mindestens drei Jahrzehnten in Folge in Bereiche ab, die eines Industrielandes nicht würdig sind.
Und anstatt den Mut und die Kraft aufzubringen, mit unseren Stärken den Turnaround zu schaffen, produzieren wir neue Auflagen für Industrie und Wirtschaft. Wir kreieren neue Sozialleistungen, spielen uns in der Welt als Moralapostel auf, ducken uns bei internationalen Entwicklungen weg und übernehmen insgesamt keine Verantwortung. Von der Entstehung einer Vision für unser Land kann schon gar nicht gesprochen werden.
Warum uns ausgerechnet der Fußball zeigt, wie sehr wir die Realität verweigern
ABER: Nun, bei der anstehenden Fußballweltmeisterschaft in den USA, sprechen wir schon Wochen und Monate vor deren Beginn wieder vom Titelgewinn. Obwohl wir in der Weltrangliste auch hier nur auf dem 10. Platz landen, glauben wir allen Ernstes noch, zu den absoluten Spitzenanwärtern auf den Titel zu gehören.
Wie lächerlich, wie peinlich. Von Demut, Realismus und Bescheidenheit keine Spur.
Ja, das können wir in Deutschland nach wie vor weltmeisterlich: Obwohl wir gemäß der Zahlen, Daten und Fakten weltweit im absoluten gesamtheitlichen Abstieg sind, sprechen wir wie selbstverständlich von fußballerischen Spitzenleistungen.
Das Geheimnis echter Führung: Wie Sie Probleme lösen, statt sie nur zu verschleiern
Ich kann mir das nur als großen Kompensationsmechanismus erklären. Kompensation ist der aktive Prozess, einen Ausgleich, eine Aufhebung von Mängeln, Fehlern und Belastungen herzustellen. Schwächen, Minderwertigkeiten oder Selbstwertverlust (unbewusst oder bewusst) werden durch andere, positive Handlungen oder Erwartungen ausgeglichen. Nur leider gibt es hier faktisch nichts zum Ausgleichen oder Kompensieren.
Wie schön wäre es, wenn wir bescheiden die Weltmeisterschaft angehen würden? Von Spiel zu Spiel denken, jeden Gegner ernst nehmen und erst dann von einem möglichen Titel sprechen, wenn wir tatsächlich im Finale stehen.
Gehören Sie zu den wenigen Mutigen, die wirklich etwas verändern wollen?
Was für den Fußball und die Politik gilt, gilt erst recht für die Wirtschaft: Illusionen retten keine Bilanzen.
Wenn Sie wirklich den Mut besitzen, Ihr Unternehmen und Ihre Führungsetage auf ein neues Level heben zu wollen – in Demut, mit absolutem Leistungswillen, mit Selbstreflexion, Selbstkritik und einer gehörigen Portion Aufbruchsstimmung –, DANN, aber nur dann, sind wir Ihr Partner.
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