UNSER STATEMENT – WAS UNS AUF DEM HERZEN LIEGT

 

Grundsätzliches

 

Wir haben uns lange überlegt, ob wir uns als CoachMaster zu den aktuellen Problemlagen und Entwicklungen in unserem Land äußern wollen. Denn, zu schnell wird man heute unreflektiert und undifferenziert in „irgendwelche Ecken“ gestellt, gedrängt oder geschoben, entsprechen die Position und Meinungen, die man vertritt oder die man in die öffentlichen Meinungsbildungsprozesse einbringen möchte, nicht dem „gesellschaftlichen Mainstream“. Häufige Reaktionsmuster sind offene, verdeckte Anfeindungen sowie eine Flut von ungefilterten Emotionen, die einem regelrecht „entgegenschlagen“.

Weil uns aber Werte wie Offenheit, Authentizität, Pluralität, Verantwortungsübernahme etc. besonders wichtig sind, und wir den Diskurs lieben und schätzen, werden wir hier und jetzt neben den für uns grundsätzlich „schief-laufenden Dingen“, unsere Bekenntnisse definieren. Und dass heißt, wir bekennen uns neben uns als Personen auch im Verständnis zu unserer beruflichen Einstellung zu Grundsätzen, Grundwerten oder eben basics, die Bekenntnischarakter haben.

Wir wollen unsere Ansichten und Einschätzungen nicht verleugnen, nur weil ein (möglicher) Großteil unserer Bevölkerung und/oder politische Volksvertreter zu anderen Einsichten und Entscheidungen kommen.

In diesem Sinne folgen wir Albert Einstein, der einmal sagte:

 

Gib das, was dir wichtig ist, nicht auf, nur weil es nicht einfach ist!


 

Bekenntnisse

Unser Statement - Unsere Schieflagen in Deutschland

Die „Schieflagen“ – …was schief läuft in diesem Land

 

Wir können hier nur sehr plakativ und verkürzt die Dinge wiedergeben, die wir als Probleme und Hemmnisse landauf, landab ausmachen. Zudem können und wollen wir nicht auf „Vollständigkeit“ plädieren, noch uns als die Besserwisser etablieren. Wir sind Teil dieser Gesellschaft und damit auch immer in Selbstverantwortung und Mitbeteiligung. Und dennoch sind wir fest davon überzeugt, dass dringende Handlungsbedarfe existieren und sich unser Land und unsere Gesellschaft „neu“ erfinden, neu konstituieren muss.

  • Wir brauchen in allen Bereichen ehrliche und wirklich offene, liberale Debatten und einen ergebnisoffenen Meinungsaustausch
  • political correctness, die sich einerseits zurecht als antidiskriminierende Haltung versteht, darf andererseits nicht dazu führen, dass unbequeme Meinungen und Ansichten abseits des Zeitgeistes und des Mainstreams mit Verachtung und Respektlosigkeit belegt werden (Gender, Einstellung zur Bundeswehr, Leistungsgedanke, Fördern UND Fordern, Reform des Arbeitsrechtes, Erhöhung des Renteneintrittsalters, Kritik an der EZB etc.)
  • Wir benötigen dringende Reformen des Gesundheitswesens, des Sozialstaates, des Bildungssektors, der öffentlichen Verwaltungen, der Wirtschaftspolitik, der Steuerpolitik fernab von Klientelpolitik und Lobbyismus – generell weniger Staat, mehr Eigenverantwortung, weniger Bürokratie, mehr Mitbestimmung, weniger Neid, mehr Leistungsgedanken
  • Der Staat muss und kann nicht (mehr) alle Probleme lösen; und das heißt, dass wir den Bürgerinnen und Bürgern unseres Landes wieder mehr zutrauen können und müssen. Wir brauchen keinen Staat, und dieser wäre permanent überfordert, der uns von der Geburt an bis zu unserem Ableben alle möglichen „Lebensrisiken“ absichert, der somit überall reglementierend eingreift, und wie oft auch zu Recht wahrgenommen, „umerziehen“ möchte. Wir brauchen mündige, verantwortungsbewusste und in sich zutrauende Bürger*innen, denen der Staat wieder mehr an finanziellen Selbstgestaltungsmöglichkeiten lässt (die Steuerlast für alle senkt), damit jede und jeder selbstverantwortlich entscheiden kann, was er über einer sozial fest gesetzten staatlichen Mindestabsicherung noch an persönlichen Absicherungen, Vorsorgepaketen für sich vornehmen möchte.
  • Keine weitere Entwertung der Schulabschlüsse durch eine permanente Verminderung der Anforderung, keine Bildungspolitik mit der Prämisse, jeder muss, soll Abitur machen und danach studieren…wir benötigen stattdessen wieder ein „dreigleisiges Schulsystem“, in der es für alle Absolventinnen und Absolventen gute, erfüllende und diverse Beschäftigungsmöglichkeiten gibt. Eine Gesellschaft, die nur noch Akademiker*innen produziert, sägt sich den Ast ab, auf dem sie zu ruhen sucht. Zwar hat sie damit „dem Anschein nach ein mehr an Gehirnmasse“ produziert, aber die wenigsten Hochschulabsolventinnen und -Absolventen schaffen es, den eigenen verstopften Abschluss zu reinigen, ohne die Küche unter Wasser zu setzen, die neuen Kacheln fürs Bad adäquat an die Wand zu bringen, ohne zu verzweifeln oder eine neue Tür für den Eingang einzubauen. Daneben braucht es eben eine Menge an sehr gut ausgebildeten, motivierten Fachkräften ohne Bachelor und/oder Masterabschluss, das wird uns jeden Tag mehr bewusst!
  • Deutschland befindet sich – leider – wirtschaftlich auf einem „absteigenden Ast“, wir haben unsere Innovationskraft verloren, unseren Erfindergeist „ verramscht“, unsere Risikobereitschaft noch weiter reduziert, unseren Mittelstand blockiert, unsere Kernindustriezweige gegen die Wand gefahren. Dies alles hat unseren heutigen Wohlstand erst ermöglicht, getragen…nun verzocken wir in der Tat auf internationaler Bühne noch weiteres Tafelsilber, indem wir unsere Industrie und Wirtschaftsbereiche weiter belasten, statt ihre Rahmenbedingungen zu verbessern.
  • „Wir gängeln“ (Ulf Poschart, WELT, 15.07.22) in der Tat in vielen Gesellschaftsbereichen die Leitungsträger und Leistungswilligen in unserer Gesellschaft und überlassen in einer täglich nicht enden wollenden Neiddebatte den „Selbstwertverletzten“ die Bühne.
  • Wir sind noch immer der irrigen Auffassung, dass sich unsere Freiheit alleine durch Worte, Gesten und den guten Willen verteidigen lässt. Und im Zuge dessen müssen sich Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr bei ihrer Vereidigung Beschimpfungen unterziehen und die verantwortlichen Generäle immer wieder um dringend benötigte Mittel ersuchen. Wie drückte es unser ehemaliger Bundespräsident Joachim Gauck aus: „Pazifismus ist ehrenvoll, zementiert aber nur die Dominanz der Bösen.“
  • wir benötigen eine qualifizierte Zuwanderungspolitik, die unser Land in allen Bereichen stärkt, und eben keine weitere Zuwanderung in unsere Sozialsysteme
  • Werte wie Solidarität, Vertrauen, Wertschätzung usw. verlaufen und prägen nie nur in eine Richtung, z.Bsp. von oben nach unten, sondern sind immer erst dann wahre Werte, wenn sie von ALLEN getragen und verwirklicht werden (von Bürgern UND Politikern, von Arbeitgebern UND Arbeitnehmerinnen, von Wohlhabenden UND Einkommensschwachen, von Älteren UND Jungen…)
  • Wenn wir etwas äußerst Dringendes bedürfen, dann muss unser gesamter Politikapparat professioneller werden; heißt, Politiker verwalten und geben immer wieder fremdes Kapital aus, bedienen i.d. Regel nahestehende Wählerschichten, verteilen gerne ohne nachweisbaren Nachhaltigkeitsfaktor, verantworten ihre politischen Entscheidungen ob fiskalisch oder nicht, ohne juristisch flankierte Verantwortungsübernahme (Haftungsfragen) – Beispiele dafür: …weiterhin kein Aufbau von Pensionsrücklagen für Beamte, geplünderte Rentenkassen, jahrelange Unehrlichkeit und Untätigkeit zur Sicherung der gesetzlichen Rente, ein marodes, intransparentes, aufgeblähtes, unsäglich ineffizientes und nicht zukunftsfähiges Gesundheitssystem. Von einer grundlegenden Reform und Entlastung einer unsozialen Steuergesetzgebung ganz zu schweigen…Unsere Politik hat den Mut und die Einsicht verloren, eben nicht das Beste für unser Land zu tun, und zu suchen, sondern Wahlen zu gewinnen, Posten und Ämter zu besetzen und zu verteilen. Das ist weder innovativ noch zukunftsgewandt, sondern verdeckte und legitimierte „Korruption“. Im Grunde führt diese „Dekadenz“ unser Land schlicht in eine Katastrophe nach der anderen. Und das in Zeiten, in denen das Land keine der letzten Problemlagen auch nur annähern gut und zielgerichtet gemeistert hat (Finanzkrise, Eurokrise, COVID-Pandemie, Klimakrise, jetzt Energiekrise und einen Krieg in Europa…)
Bekenntnis I

Wir bekennen uns zum Leistungsgedanken.

Was treibt uns Menschen, Gruppen, Gesellschaften oder Kulturen wirklich an? Und was brachte den Fortschritt, den wir alle so genießen und zu den großen globalen Veränderungen führte? Hinter all dem steht das urmenschliche Streben, „mehr“ zu erreichen, das Leben besser und angenehmer zu machen. Eben nicht mehr mit den körperlichen Kräften und den alltäglichen Mühen den Acker bestellen zu müssen, um am Ende eine Ernte einzufahren, von der man vielleicht gerade in guten Jahren überleben kann.

Der Mensch, ganz gleich ob man daran glaubt, dass er ein „Ebenbild“ seines Schöpfers ist oder nicht, ist mit derart viel Kreativität, Genialität und „Schöpferkraft“ ausgestattet, dass er uns bis heute eine hochtechnisierte, hochindustrialisierte, hoch mobile…Welt erschaffen hat. In allen Bereichen unseres Lebens genießen wir diese fundamentalen Fortschritte, eine Medizin, die bereits heute so unglaubliches zu leisten im Stande ist, eine Wirtschaft, die heute in der Lage ist, sich den immensen Umweltverschmutzungen mit innovativen Lösungen zu stellen. Wir können den Hebel hin zu einer Kultur vor der Industrialisierung nicht mehr umlegen, zu groß sind die heutigen Errungenschaften, die ein überwiegender Großteil der derzeitigen Weltbevölkerung erreichen möchte…mehr Bildung, mehr Gesundheit und ein langes, erfülltes Leben, mehr Mobilität, mehr Freizeit, mehr Reisen, mehr finanzielle Möglichkeiten für ein Leben in einer Wohnung oder sogar dem eigenen Haus. Wir wollen nicht mehr die Verhältnisse eines nigerianischen Steppendorfes, indem es kein fließendes, sauberes Trinkwasser gibt. Wo Familien mit mehr als 10 Familienmitgliedern sich eine kleine Hütte und wenige Schlafplätze auf dem Boden teilen müssen. Eine Hütte, in der neben den Familienmitgliedern noch das ein oder andere Haustier nächtigt und stolziert. Vorhandensein einer Waschmaschine – Fehlanzeige! Vorhandensein eines Fernseher – Fehlanzeige! Vorhandensein eines Kühlschrank – Fehlanzeige! Medizinische Versorgung – unerreichbar, finanziell gar nicht möglich, keine wirkliche Option. Gekocht wird mit getrocknetem Dung, und als tägliche Mahlzeit gibt es über dem Feuer gegarte Maisfladen, gekochte Maniokwurzel etc. Schule? Wenn überhaupt kilometerweit weg, und wenn überhaupt als wirkliches Angebot vorhanden in Form einer Grundschulausbildung.

Und weil (fast) jeder auf diesem bedrohten Planeten sich ein anderes Leben ersehnt und wünscht, eines, dass sich eher in den westlichen Industrienationen abzeichnen und verwirklichen lässt, und was als persönliches Vorbild erreicht werden soll, wenn nicht noch für mich, dann doch für meine Kinder oder Kindeskinder, benötigen wir unglaubliche Lösungen und Anstrengungen, um diesen Sehnsüchten überhaupt begegnen zu können. Denn, ist es nur uns in Europa, oder den USA, oder in Australien, oder in China oder, oder, oder vorbehalten, diese Wünsche und Sehnsüchte zu verfolgen? Haben wir nur ein Anrecht darauf, so zu leben, wie wir leben? Sollen sich alle anderen doch hinten anstellen und selbst sehen, wie sie wann zu was kommen…?

Nein, wenn wir an die von uns beschriebenen Werte wie Solidarität, Vertrauen, Wertschätzung etc. wirklich glauben, dann müssen wir uns alle gewaltig anstrengen, um allen Menschen alle Möglichkeiten anbieten zu können. Und das geschieht nicht einfach so, aus dem Off heraus, dazu sind alle Anstrengungen nötig, jedes Einzelnen. Unsere Leistungsbereitschaft, jeder, wie er/sie einsetzen kann, ist dabei entscheidend. Deshalb plädieren wir dafür, Leistungsbereitschaft zu fördern, in kreative Bahnen zu lenken, Leistung zu honorieren und Wettbewerb als Chance zu begreifen und diesen zu fördern, um die besten Lösungen und Möglichkeiten für uns und diese Welt zu erschaffen.

Bekenntnis II

Wir bekennen uns zur klaren Worten und offenen Debatten

Wir betonen immer wieder, dass wir eine Nation von Denkern und Dichtern waren und sind, vergessen aber, dass in dieser Tradition immer das klare Wort, die (akademische) Disputation, die wertschätzende Streitkultur und die argumentative Auseinandersetzung auch streitbarer Ansichten und Meinungen gehörte. Früher galt in unserer demokratischen Grundordnung noch der Grundsatz, das Mehrheiten über nachvollziehbare, der Logik folgende und vertrauenswürdige Argumente und Wege gewonnen werden. Es wurde in Parlamenten gerungen, in Hörsälen hitzig debattiert, auf der Straße demonstriert oder in Lüchow-Dannenberg eine neue, verantwortungsvolle Energiepolitik durch Sitzblockaden und Bahnstreckenlahmlegungen begründet. Die argumentative Linie, das Mittel der Überzeugung Mithilfe von qualitativen Begründungen war bisher ein Erfolg unserer Republik und unserer erfolgreichen Debattenkultur hin zu einer Vielzahl von Lösungsansätzen, die dieses Land in vielen Bereichen so erfolgreich gemacht haben. Heute hingegen gelingt es uns immer weniger, für Überzeugungen einzustehen und diese „zu verteidigen“, weil die Einordnung nicht mehr der Logik, der Erklärung, der Beweisführung folgen darf, sondern nur noch den Kategorien „richtig“ oder „falsch“ folgt. Richtig ist, was grundsätzlich alles „alte“ in Frage stellt, „falsch“ ist, was das gesellschaftliche Establishment kritisch hinterfragt.

Richtig ist dann folgerichtig, gegen Atomenergie zu sein, obwohl alle westlichen Industriestaaten nach wie vor auf diesen Teil ihrer Energieversorgung mit setzen, gegen Verbrennungsmotoren zu Felde zu ziehen, gleichwohl neue synthetische Treibstoffe CO2-neutral sind, gegen wirtschaftliche Kernindustrien zu wettern (Automobilindustrie, chemische Industrie, Maschinenbau…), obgleich diese über Jahrzehnte zu den Wohlstandsgaranten für gute Einkommen und hohe Beschäftigungsquoten gesorgt haben, die Schrödersche Agenda 21 als das „Werkzeug des Teufels“ zu deklarieren, obwohl diese Reform in den 90er Jahren und weit darüber hinaus als europäisches Erfolgsmodell und Sicherung unseres Sozialstaates betrachtet werden kann. Falsch ist schlicht und ergreifend, das Genderdiktat kleiner Gruppen und Interessensvertreterinnen in Art und Umfang nur im Ansatz in Frage zu stellen, falsch ist, sich in der Klimapolitik und bei den globalen Herausforderungen allen wissenschaftlichen Fakten und Zahlen zu stellen und damit verbunden z.Bsp. den ökologisch und anthropologischen Raubbau des Lithiumabbaues offen zu benennen. Ebenso falsch ist es, die Haushalte der Städte und Gemeinden, Kommunen und Länder und des Bundes mit immer neuen sozialen Wohltaten über die Grenze ihrer Belastung zu führen. Ohne immense milliardenschwere Zuschüsse des Bundes in das gesetzliche Rentensystem wäre dieses bereits heute in der Zahlungsunfähigkeit; und dass die Länder, der Bund und auch die Kommunen bereits seit Jahrzehnten keine Rücklagen für die Beamtenpensionen aufbauen, ist ein unhaltbarer Zustand und eine Nichtachtung der Wahrung für das Wohl „des Volkes“ als Gesamtes Sorge zu tragen.

Die Folge dieser Schwarz-Weiß Kategorisierung ist, dass wir zunehmend eine Spaltung der Gesellschaft in Kauf nehmen, beziehungsweise diese Spaltung durch den oben genannten Paradigmenwechsel regelrecht produzieren und nähren. Wenn jede Meinung gleichbedeutend zählt, und jede noch so kleine Minorität gehört, vertreten und bedeutend sein soll und auch ist, dann zerfasert dieses Land und diese Gesellschaft nicht nur von innen, sondern auch von den Rändern. Die weitere Folge wird sein, dass wir dadurch immer weniger Konsensfähigkeit wiedererlangen werden und uns auf „die großen, wichtigen Linien“ für unser Land und dessen Entwicklung nicht mehr grundsätzlich einigen können. Es bedarf hier einer ganz neuen Anstrengung, so viele wie irgend möglich wieder für gemeinsame Wege und gemeinsame Ziele zu einen, wohlwissend, dass dazu ein jeder die Fähigkeit haben muss, seine Maximalforderungen, seine Dogmen und Ideologien beiseite schieben zu können.

Bekenntnis III

Wir bekennen uns zum Grundsatz der Eigenverantwortung

Wer kennt sie nicht, die Jahre unserer „Sturm- und Drangzeit“ in unserer Adoleszenz, in der wir nur so voller Ideen, Kraft, und revolutionärer Gedanken strotzten und getrieben wurden von der endlich erreichten Verantwortungsübernahme durch uns selbst. Elterlicher Rat und Meinung, ach was soll’s, sollen die reden, mahnende Worte der Lehrer oder Dozentinnen oder Meister, ach, was wissen die schon vom Leben. Und so erklommen wir die Hallen des Olymp mit der Gewißheit und des Selbstbewusstseins, dass wir alles in unserem Leben erreichen können. Scheitern war keine Option.

Wenige Jahre später, im Leben angekommen, dann die Erfahrung, so leicht und einfach funktioniert „das Leben“ nicht. Wir müssen uns anstrengen, erleben Widerstände durch Menschen oder Umstände und stellen fest, dass sich neben unseren Stärken und unseren Schwächen nun auch Niederlagen zeigen. Spätestens jetzt erkennen wir, unser Denken, Handeln und unsere Kommunikation hat Auswirkungen auf uns selbst und unsere Umwelt. Wir sind verantwortlich für diesen Output und seine Wirkungen. Es ist eine fatale gesellschaftliche Entwicklung, dass wir in einigen Bereichen unseres Lebens diese Auswirkungen und Folgen unseres Denkens, Handelns und unserer Kommunikation nicht mehr in Gänze spüren, weil der Staat unter anderem im Bereich einer prekären Lebenssituation, uns monetär, sozial und protektiv schützt. Die Idee, Menschen in Not und prekären Lebenssituationen zu begegnen, zu unterstützen, ist mindestens so alt wie das Gebot der Nächstenliebe aus den Evangelien. Der Staat hat auch im Sinne seiner Pflichten gegenüber der Bürgerin das Notwendige zu unternehmen, um Not zu lindern, wenn möglich zu beenden und darüber hinaus zu befähigen, gestärkt aus dieser Situation hervorzugehen. Aber der Staat darf nicht zu „Helikoptern-Eltern“ werden, die jegliche mögliche Not, Engpässe und Einschränkungen ihrer Kinder sofort und auf Dauer löst und lindert. Genau zu diesem unfinanzierbaren Monstrum ist aber unser Sozialsystem geworden, mit der Folge, dass wir Not nicht lindern, in dem wir gezielt, sondiert, individuell und zukunftsgewandt helfen, sondern Leistungen mit der Gießkanne über Generationen und Alterskohorten sinnfrei ausgießen. Gemäß dem Prinzip, „viel hilft viel“; nur wir wissen alle, dass dem nicht so ist. „Viel“ führt eher sehr schnell in Abhängigkeit und Selbstaufgabe und gefühlter „Erniedrigung“ und „Wertlosigkeit“. Deshalb ist eine Reform unseres Sozialsystems unausweichlich, zum einen, weil uns schlicht die Finanzierung zusammenbricht, zum anderen, weil grenzenlose Hilfe dem Grunde nach die Würde des Empfangenden nicht stärkt oder erhält.

Unser Gegenentwurf fordert eine grundsätzliche Reform unseres gesamten Sozialsystems nach der Prämisse, Hilfe muss am Ende die Not lindern, richtig, aber auch darüber hinaus daraus aus der Notlage herausführen. Des Weiteren müssen Leistungen, die die Gesamtheit der Gesellschaft aufbringt, den Aspekt der Nachhaltigkeit erfüllen. Kein Mensch, und übrigens wir auch nicht, nimmt bei diversen, ihm oder ihr bekannten Erkrankungen Medikamente ein, die die Symptome bzw. die Krankheit nicht heilen und/oder bekämpfen. Und keiner von uns würde sich einer komplizierten oder anstrengenden Diagnostik unterziehen, wenn er oder sie nicht müssten, dass der „medizinisch, technische oder laboratorische Aufwand“ nicht den Einsatz der Mittel heiligt, will sagen, haben wir gerade im Blick auf unsere Gesundheit nicht das Gefühl, dass alle eingeleiteten Maßnahmen unsere Gesundheit verbessert, gehen wir keine Risiken ein. Deshalb müssen Leistungen, die von der Gesamtheit der Gesellschaft finanziert und getragen werden, am Ende zielführend, die Lage verbessernd und unbedingt wirksam sein.

Bekenntnis IV

Wir bekennen uns zur sozialen Marktwirtschaft

Der Grundsatz Ludwig Erhardts, als Begründer der sozialen Marktwirtschaft, die als der deutsche Weg im Gefüge der verschiedenen Weltwirtschaftssysteme zu gelten hat, lautete, einen neuen Weg im Ausgleich zwischen „Kapital“ und „Mensch“ zu suchen und zu gehen. Es war ganz bewusst ein neuer Weg und keine reine Synthese aus bestehenden Modellen, der dann dieses neue Modell als soziale Marktwirtschaft zu einem Erfolgsmodell machte. Das Neue an dieser sozialen Marktwirtschaft war in der Tat der Versuch, wirtschaftlichen Erfolg in eine soziale Verantwortung zu überführen. Es galt, die Kräfte des Marktes, Kapital und Humanleistung gezielt zu lenken und zu flankieren, um sie gesellschaftlich und wirtschaftlich „ins rechte Licht“ zu rücken.

Angefangen von dem Gedanken, dass neben dem (auch) monetären, umsatztechnischen und innovativen Erfolg eines Unternehmens, die soziale Verantwortung in Form eines gerechten Einkommens, einer Mitkontrolle der Arbeiternehmer*innen, einer arbeitsrechtlichen Absicherung (Kündigungsschutz, Arbeitszeitgesetz usw.) eine enorme Rolle spielt, ist die soziale Marktwirtschaft zudem in Gänze darauf ausgelegt, allen Bevölkerungs- und Einkommensgruppen zu dienen. Erfolg und Leistung sollten sich lohnen, Fortschritt und Innovation zudem. Der Staat wollte nur dann eingreifen, und er tat dies auch immer wieder in den vergangenen Jahrzehnten, wenn er eine Schieflage, Missstände oder entkoppelte Kräfte wahrnahm, dann reagierte er, um den „Markt“ aber auch das „Soziale“ zu sichern. Neben den bereits alten, wirksamen bismarckschen Reformen mit der Etablierung einer Kranken-, Unfall- und Rentenversicherung, wuchs jedoch in den Folgejahrzehnten nach dem Ende des zweiten Weltkrieges ein gigantisches Sozialwesen mit einer unglaublichen Vielzahl von staatlichen und kommunalen Transferleistungen für fast jede erdenkliche Krisensituation. War seinerzeit der Grundgedanke der Sozialen Marktwirtschaft „Selbstverantwortung“, ganz gleich wo, so ist dieser dem heutigen Denken gewichen, Problemlagen der Menschen müssen umfassend abgesichert werden. Der heutige, nicht mehr finanzierbare Sozialstaat hat sich zu einer Versicherungsgarantie verwandelt, der alle Steuerzahler sowie die Unternehmen immer mehr belastet (Einkommenssteuer, Kalte Progression, Gewerbesteuer etc.) und am Ende dazu führt, das ein Zurück, auch zur Selbstverantwortung und mehr freiheitlicher, individueller Vorsorge des Einzelnen, kaum mehr möglich ist. Der Bundesbürger, unser Michel, hat sich an die umfassende Versorgung durch soziale monetäre Leistungen so sehr gewöhnt, wie ein Kind, dass durch ständige Zuckergabe auf ein immer „mehr Zucker“ konditioniert wurde, dass er nach immer mehr staatlichen Leistungen lechzt.

Die Aufgabe des Staates ist es aber nicht, zur „Voll-Absicherung“ des Bundesbürgers zu werden! Stattdessen muss der Staat auch Mithilfe alle kommunalen Leistungen zur Stärkung der Selbstwirksamkeit und Selbstverantwortung der Bürger beitragen, wo immer das notwendig und nötig ist. Ein Gießkannen-Prinzip, wie wir es heute gemäß unseres sozialen Systems anwenden, stärkt nicht den sozialen Zusammenhalt oder die eigenen Kräfte des Einzelnen, sondern schwächt unsere Gesellschaft als Ganzes wie auch das Individuum selbst. Unsere Fähigkeiten, unsere Begabungen, unsere Innovationen und Leistungsbereitschaft entwickeln sich nur dann, wenn wir sie täglich trainieren, einsetzen und mit ihnen Erfahrungen sammeln. Unser Bekenntnis lautet deshalb, weniger Staat, weniger planwirtschaftliches Denken, weniger Bürokratie und stattdessen mehr Gestaltungsfreiraum, weniger Steuern, weniger Neid und ein Sozialsystem, das sich den tatsächlichen Bedarfen anpasst.

Bekenntnis V

Wir bekennen uns zum Fortschritt, zur Weiterentwicklung

Als Kind schon war ich fasziniert von den erzählten Welten im Universum, die ich in Science Fiction Büchern oder Filmen in mich aufnahm; angefangen von den technischen Errungenschaften um neue Antriebe von Raumschiffen, der imposanten Architektur der Megastädte oder der tausenden von neuen, einzigartigen Erfindungen rund um unser zukünftiges Leben. Es war der unbedingte Wille des Fortschrittes, der mich in den Bann zog und der mich bis heute nicht losgelassen hat. Irgendwie steckt in unserer menschlichen Natur die intrinsisch motiviere Veranlagung, sich nicht mit dem Status quo zufrieden zu geben, sondern das Leben einfacher und angenehmer zu machen. Wenn man sich allein unsere anthropologischen Entwicklung als Mensch betrachtet, dann fällt auf, dass in allen bisher jeweiligen Erdzeitaltern, in den „menschartige Spezies“ oder dann die Gattung „homo“ unsere Entwicklung bestimmte, Verbesserungen des Lebens zum Motor der Entwicklung des Menschen wurde. Angefangen von der Ausrüstung zur Jagd, über allmähliche Kleidung, Schmuck, Werkzeuge, hin zum Bau einfacher Behausungen zum Schutz vor Umweltfaktoren bis zur richtungsweisenden Entdeckung, Feuer entfachen und kontrollieren zu können. Und was damals irgendwann begann, hat sich bis heute in einer atemberaubenden Entwicklung fortgesetzt und hat zu einer Vielfalt geführt, dass dem modernen Menschen wie mir oft der Atem stockt, über unseren Fortschrittsgeist und Fortschrittsglauben. Die Duplizierung des Wissens und der daraus gewonnenen Erkenntnisse und Innovationen in immer kürzeren Zeitachsen, führt natürlich auch zu Widerständen und einer Überforderung von Einzelnen oder Gruppen. Und immer da, wo sich Fortschritt vollzieht, treten auch jene ans Licht, die darin weder Fortschritt sehen, noch von ihm berührt sein wollen. Auch das ist bis heute so geblieben und wird bis zum Ende unserer Menschheitsgeschichte ein wichtiges Korrektiv bleiben.

Unser Bekenntnis lautet deshalb, nur eine Weiterentwicklung des Bisherigen wird uns auch in Zukunft helfen, notwendige oder notwendig werdende Veränderungsprozesse einleiten und gestalten zu können. Es ist ein „Muss“, unserem Leben und den Lebensumständen die Möglichkeit einzuräumen, mit Hilfe des Fortschrittes, unser Leben besser, einfacher, erfolgreicher, sozialer, grüner und effektiver zu machen. Dennoch brauchen wir als bewusste Leitlinien dieser Entwicklung immer „Maß und Mitte“, denn allzu oft muss die Ethik und Moral eines fort galoppierenden Fortschritts eher hechelnden Fußes folgen.

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